Marisa Ferreira, Depth, Space & Colour

Marisa Ferreira, Depth, Space & Colour

Ausstellung: 29.05 – 24.08. 2016

ASYMMETRIC COMPOSITIONS III_ (2)

Komplett ausverkauft war die letzte Ausstellung der Portugiesin Marisa Ferreira in der GALERIE MESSMER. Erst 33 Jahre alt, war die Künstlerin von Amerika bis nach China schon in vielen Ausstellungen vertreten. Sie ist fest in der internationalen Kunstwelt etabliert. Ab dem 29.05.2016 wird sie mit den neuesten Werken Ihres Schaffens wieder in Riegel gezeigt.

Mit großformatigen Arbeiten ist Marisa Ferreira auf vielen öffentlichen Plätzen und in Sammlungen präsent. So war monumentale Installation beispielsweise an der Fassade des Osloer Hauptbahnhofs. Zu den öffentlichen Sammlungen, in welchen Ferreira vertreten ist gehört das Museum Stavager, Norwegen.

Die drei Hauptkomponenten Farbe, Form und Raum vereint sie spannungsvoll zu dreidimensionalen Kompositionen. Die Bewegung des Betrachters wird dabei geradezu herausgefordert: erst im umschreiten des Werkes werden die einzelnen Muster und Farbstrukturen mit ihren verschiedenen Facetten sinnlich erlebbar! Es entsteht ein Raum-Zeit-Kontinuum, welches den jeweiligen Standpunkt des Betrachters direkt in das Bild einbezieht und damit über die passive visuelle Begegnung mit dem Kunstwerk hinausgeht.

Inspiration findet Marisa Ferreira in wissenschaftlichen Theorien zur menschlichen Wahrnehmung und Phänomenolgie. Diese übersetzt sie, in ihren hauptsächlich aus Aluminium und Sperrholz gearbeiteten Werken, in thematische Sequenzen.

Die Kunst ist von Leonardo Fibonaccis natürlichen Zahlenfolgen inspiriert. Ihrem Konzept aus „Zigzag“ Strukturen bleibt sie dabei auch in ihren neuen Werken treu. Diese sind zudem von Ideen des Philosophen Maurice Merlau-Ponty und des deutschen Physikern Werner Heisenberg beeinflusst. Vor allem in Ihrem Ausdruck des Raum-Zeit Verhältnisses findet sich Heisenbergs Modell der Quantenmechanik wieder. Die Werke ändern sich je nach Betrachtungswinkel. So wird der Besucher zum aktiven Bestandteil ihres Werkes. Damit vermittelt Ferreira soziale Zusammenhänge auf Basis von  Merleau-Ponty’s Thesen. Es wird betont, dass das einzelne Subjekt immer in einem ganz persönlichen Verhältnis zu seiner Umwelt und zu seinem gesellschaftlichen Umfeld steht.

SEO – Raum für Dich (Room for you)

27.08.2016 – 23.10.2016

Die GALERIE MESSMER beherbergte diesen Sommer einen besonderen Gast: Die koreanische Künstlerin SEO aus Berlin. Sie gehört zu den Stars der zeitgenössischen Kunstszene! Ihre Arbeiten sind ein Spiel aus Farben und Perspektive, mit denen sie die Empfindungen des Betrachters immer wieder heraus fordert.

Geboren um 1977 in Gwangju, in der Provinz von Seoul, zieht SEO 2001 nach Berlin, um die Universität der Künste zu besuchen. Dort wurde sie von 2003 bis 2004 Meisterschülerin bei Professor Georg Baselitz.

Neben hochkarätigen Preisen wie dem „Beijing Art Award“, dem „Meilenstein“ des Leopold-Hoesch-Museums oder dem „Award of Excellent Painting“ des National Art Museum of China hat SEO auch ein Stipendium als beste Studentin der Cho-sun Universität erhalten.  Sie nahm bereits an mehreren Biennalen Teil, wie der 54. Biennale in Venedig oder der Animamix Biennale in Shanghai. Dabei sind ihre Werke bereits in bedeutenden Sammlungen vertreten wie der des MoMA (Museum of Modern Art), dem Bundeskanzleramt, der Deutschen Botschaft in Teheran und dem Museo de Bellas Artes in Santander, Spanien. Zahlreich sind auch die Einzel- und Gruppenausstellungen in bedeutenden Galerien und Museen der Welt, von New York nach Berlin, von Beijing nach Mailand.

Schlussendlich beschreibt SEO ihre Arbeiten wie folgt: „Ich habe in meinen Arbeiten stets das Thema der Globalisierung und ihre Auswirkungen auf die Umwelt, Kultur und den Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Dabei nutze ich die Technik der Collagierung, Dekonstruktion, Konstruktion von Bildelementen sowie Motiven fernöstlicher und westlicher Lebenswelten, um mich der Thematik sowohl formal als auch inhaltlich aus verschiedenen Positionen zu nähern und dabei immer wieder das Wesen der Dinge herauszuarbeiten“.

SEO, Raum für dich (Room for you), 2016, Acryl auf Leinwand, 200 x 165 cm.

SEO, Raum für dich (Room for you), 2016, Acryl auf Leinwand, 200 x 165 cm.

Die Ausstellung der koreanischen Künstlerin SEO in der GALERIE MESSMER war ein großer Erfolg. Es wurden größtenteils neue Arbeiten gezeigt, die noch nie vorher in der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

SCHAREIN – FARBFELDMALEREI AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Scharein: Farbfeldmalerei auf den Punkt gebracht 

AUSSTELLUNG: 28. Februar bis 25. Mai

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Scharein, Lichtgestalt 2010.

Nach dem großen Erfolg in 2014, hat die GALERIE MESSMER jetzt zum zweiten Mal die Ehre beeindruckende Werke von Günter Scharein auszustellen. Die Farbfelder des Berliner Künstlers erlauben ein Eintauchen in ungegenständliche, wie aus Licht bestehende, Farb-Raum-Flächen. Flanieren Sie durch völlig neue Welten des Seins.

Geboren 1949 in Niedersachsen, schmücken Schareins Werke heute die wichtigsten aller Sammlungen wie z. B. des Deutschen Bundestags, der Daimler Collection und der Staatsgalerie Stuttgart. Die Reden an seinen Vernissagen werden unter anderem von populären Persönlichkeiten wie Dr. Gregor Gysi gehalten, so war es zuletzt  in der Berliner Ausstellung der Firma Sanofi-Aventis – nur Schareins Bilder selbst, sind noch überzeugender.

Als „zickig“ beschreibt der Maler die Farbe Gelb und offenbart damit den menschlichen Aspekt in seinen akribischen Farbstudien. Das Emotionale ist in der Tat ein Hauptakteur in Schareins Werken. Der Künstler wünscht sich „dass sich die Betrachter mit Ihrer ganzen Erfahrung, Sinnlichkeit und Spiritualität“ auf seine Bilder einlassen.

Zeitgleich geht er mit größter Präzision und Genauigkeit vor, um die autonomen Eigenschaften in jeder Farbe zu ergründen. Der künstlerische Prozess basiert auf akkuratem Auftrag winziger Farbtupfer. Vom resultierenden Effekt machten schon die Pointilisten Gebrauch. Die minutiösen Punkte verschwimmen vor den Augen der Betrachter zu emotionsgeladenen „Farblandschaften“. Bis zu 17 farblich verschiedene Farbpunkte sind auf einem (!) Quadratzentimeter zu finden.

Diese entwickeln sich zu großen Pulsierenden Flächen mit einer Leuchtkraft von schier unglaublichem Ausmaß. Die Werke schwingen, vibrieren und verändern sich je nach Lichtverhältniß und Betrachtungswinkel. Schareins Bilder leben und strahlen unbändige Lebensfreude, Vitalität und Vielfalt aus. Lassen Sie sich anstecken und verzaubern!

MARISA FERREIRA – DEPTH, SPACE & COLOUR

Marisa Ferreira, Depth, Space & Colour

Ausstellung: 29.05 – 24.08. 2016

ASYMMETRIC COMPOSITIONS III_ (2)

Komplett ausverkauft war die letzte Ausstellung der Portugiesin Marisa Ferreira in der GALERIE MESSMER. Erst 33 Jahre alt, war die Künstlerin von Amerika bis nach China schon in vielen Ausstellungen vertreten. Sie ist fest in der internationalen Kunstwelt etabliert. Ab dem 29.05.2016 wird sie mit den neuesten Werken Ihres Schaffens wieder in Riegel gezeigt.

Mit großformatigen Arbeiten ist Marisa Ferreira auf vielen öffentlichen Plätzen und in Sammlungen präsent. So war monumentale Installation beispielsweise an der Fassade des Osloer Hauptbahnhofs. Zu den öffentlichen Sammlungen, in welchen Ferreira vertreten ist gehört das Museum Stavager, Norwegen.

Die drei Hauptkomponenten Farbe, Form und Raum vereint sie spannungsvoll zu dreidimensionalen Kompositionen. Die Bewegung des Betrachters wird dabei geradezu herausgefordert: erst im umschreiten des Werkes werden die einzelnen Muster und Farbstrukturen mit ihren verschiedenen Facetten sinnlich erlebbar! Es entsteht ein Raum-Zeit-Kontinuum, welches den jeweiligen Standpunkt des Betrachters direkt in das Bild einbezieht und damit über die passive visuelle Begegnung mit dem Kunstwerk hinausgeht.

Inspiration findet Marisa Ferreira in wissenschaftlichen Theorien zur menschlichen Wahrnehmung und Phänomenolgie. Diese übersetzt sie, in ihren hauptsächlich aus Aluminium und Sperrholz gearbeiteten Werken, in thematische Sequenzen.

Die Kunst ist von Leonardo Fibonaccis natürlichen Zahlenfolgen inspiriert. Ihrem Konzept aus „Zigzag“ Strukturen bleibt sie dabei auch in ihren neuen Werken treu. Diese sind zudem von Ideen des Philosophen Maurice Merlau-Ponty und des deutschen Physikern Werner Heisenberg beeinflusst. Vor allem in Ihrem Ausdruck des Raum-Zeit Verhältnisses findet sich Heisenbergs Modell der Quantenmechanik wieder. Die Werke ändern sich je nach Betrachtungswinkel. So wird der Besucher zum aktiven Bestandteil ihres Werkes. Damit vermittelt Ferreira soziale Zusammenhänge auf Basis von  Merleau-Ponty’s Thesen. Es wird betont, dass das einzelne Subjekt immer in einem ganz persönlichen Verhältnis zu seiner Umwelt und zu seinem gesellschaftlichen Umfeld steht.

„Urbane (T)Räume in Blau“, Romain Burgy & Nabil Gharsallah

15. November 2015 – 25. Januar 2016
Vernissage am 15. November 2015 um 11 Uhr

Der Kölner Künstler Romain Burgy, der 1952 in Frankreich geboren ist, und sein Schüler Nabil Gharsallah, setzen sich mit dem Thema der Wohnwelten auseinander. Die Urbanisierung, also die Ausbreitung und Veränderung städtischer Lebensformen, ist das Thema der Ausstellung „Urbane (T)Räume in Blau“. In ihren Werken stellen Burgy und Gharsallah den Wachstum der Städte aber auch die Wohnverhältnisse deren Bewohner dar. Dieses äußerst aktuelle Thema soll dem Betrachter die Sichtweise der Künstler auf die Wohnkulturen verschiedener sozialer Schichten sowie den Menschen in seinem Alltag präsentieren.

Unabhängig von den teilweise schwierigen Wohnverhältnissen der Menschen, stecken Burgys Werke voller Lebensfreude und motivieren auf eine sonnige Zukunft. 2010 hat der Künstler mit den Werken zu dem Motto „Better City, better Life“ die zeitgenössische Kunst der Bundesrepublik im Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung Expo in Shanghai vertreten. „Ich gebe nie etwas wieder, wie ich es gesehen habe, sondern wie ich es sehen will“, so Romain Burgy. Seine Bilder leuchten von innen heraus und deren Meisterwerke, Menschen und Stimmungen fängt der Künstler in kräftigen Farben ein. In jedem Bild ist die fliegende Zitrone zu entdecken, die Burgy, statt seines Namens, als seine ganz individuelle Signatur verwendet. Sie ist das Sinnbild für das Mediterrane, den Süden, die Sonne.

Das intensive, strahlende Blau hat eine besondere Bedeutung für den Künstler und ist wie die fliegende Zitrone sein Markenzeichen. Einerseits deutet die blaue Farbe auf die Herkunft des Künstlers – den Mittelmeerraum – hin. Das Licht und Farben dieser Region haben den Künstler bereits in seiner Kindheit geprägt und inspiriert. Anderseits hat die Farbe Blau für Burgy einen tiefen geistigen Sinn: So verkörpert das Blau als Farbe des Himmels die Unendlichkeit unserer Möglichkeiten und steht symbolisch für die Sehnsucht und Phantasie… Mag sich hierin eine Sehnsucht nach einer besseren Welt ausdrücken? Das kräftige Blau versetzt den Betrachter in einen Zustand des Träumens und führt ihn zu seiner ernsthaften Sicht der Dinge nach innen. Nicht zufällig soll der Betrachter die urbanen Räume in Blau wahrnehmen.

Wie z. B. Yves Klein mit seinen blaumonochromen Bildern stellen einige Künstler der Kunstgeschichte die Farbe Blau in den Mittelpunkt ihrer Kunst. Wassily Kandinsky, der unter anderem in der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ mitwirkte, schrieb 1910 in seinem berühmten Buch „Über das Geistige in der Kunst“: „Die Neigung des Blaus zur Vertiefung ist so groß, dass es gerade in tieferen Tönen intensiver wird und charakteristischer innerlich wirkt. Je tiefer das Blau wird, desto mehr ruft es den Menschen in das Unendliche, weckt in ihm die Sehnsucht nach Reinem und schließlich Übersinnlichem“ (Lit. Kandisnky, S.92). Doch der Ursprung der Symbolik der Farbe Blau findet sich bereits im alten Ägypten. Die Ägypter sahen im tiefen Blau des Wassers das Leben und im unermesslichen Blau des Himmels das Göttliche.

Romain Burgy hat eine unverwechselbare Bildersprache, die eine junge Generation von Künstlern inspiriert. So hat Nabil Gharsallah, ein junger, aufstrebender Künstler aus Köln, die Gelegenheit durch seinen Lehrer Romain Burgy eine einmalige Technik kennenzulernen und dabei gleichzeitig seinen individuellen Stil zu entwickeln. Neben seiner Ausbildung an der Film Acting School in Köln, widmet sich Nabil Gharsallah dem Malstudium im Atelier von Romain Burgy. Die Protagonisten, die er im Schauspiel verkörpert, finden sich in seinen Kunstwerken wieder. Das Tandem beschäftigt sich voller Optimismus und Zuversicht mit sozialen Fragen und vermittelt ihre Hoffnung in die Zukunft.

Marisa Ferreira – “Space, Rhythm and Movement“

Die Galerie Messmer präsentiert mit der Portugiesin Marisa Ferreira eine junge, aufstrebende Künstlerin, deren Werk mehr und mehr internationale Beachtung erfährt. Ihre teils großformatigen Wandinstallationen zieren öffentliche Gebäude und viele ihrer Werke befinden sich bereits im Besitz öffentlicher Sammlungen. Die Kunst Marisa Ferreiras ist dabei gekennzeichnet durch einen experimentellen Umgang mit Farbe, Form und Raum. Diese drei Komponenten vereint sie spannungsvoll zu dreidimensionalen Kompositionen, die die Bewegung des Betrachters geradezu herausfordern. Erst im Umschreiten des Werkes werden die einzelnen Muster und Farbstrukturen mit all ihren verschiedenen Facetten sinnlich erlebbar. Es entsteht ein Raum-Zeit-Kontinuum, welches den jeweiligen Standpunkt des Betrachters direkt in das Bild einbezieht und damit über die passive visuelle Begegnung mit dem Kunstwerk hinausgeht.

Inspiration findet Marisa Ferreira in wissenschaftlichen Theorien zur menschlichen Wahrnehmung und Phänomenolgie, die sie in ihren hauptsächlich aus Aluminium und Sperrholz gearbeiteten Werken in mathematische Sequenzen übersetzt. Ihr neuestes Kunstprojekt „Space, Rhythm and Movement“ baut dabei auf ihre früheren, von Leonardo Fibonaccis Folgen natürlicher Zahlen beeinflussten „Zigzag“-Strukturen auf. Doch erweitert sie dieses eher mathematische Konzept nun mit den Lehren des französischen Philosophen Maurice Merleau-Ponty und des deutschen Physiker Werner Heisenberg.

In „Space, Rhythm and Movement“ äußert sich dies durch den Einbezug eines Raum-Zeit-Verhältnisses, wie es Heisenberg in seinem Modell der Quantenmechanik formuliert hat. Indem Ferreira den Betrachter als aktiven Bestandteil ihres Werkes integriert, vermittelt sie in ihrer Kunst auf der Basis von Merleau-Ponty’s Thesen soziale Zusammenhänge. Je nachdem, aus welcher Position das Werk angeschaut wird, wandelt sich auch das Bild vom Bild. So wird erfahrbar, dass das einzelne Subjekt immer in einem ganz persönlichen Verhältnis zu seiner Umwelt und zu seinem gesellschaftlichen Umfeld steht.

KURZBIOGRAPHIE
Marisa Ferreira wurde 1983 in der nordportugiesischen Stadt Guimarães geboren. Sie erhielt für ihre künstlerische Leistung bereits zahlreiche Stipendien und Preise. Ihr Studium absolvierte sie von 2002 bis 2007 an der Universität von Èvora und bis 2008 an der Fakultät de Belas-Artes in Porto. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Oslo. Die zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland bezeugen die Anerkennung ihrer künstlerischen Leistung und viele ihrer Werke sind weltweit in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten: u.a. in der Sandnes und Bærum Kommune in Bergen, im Norwegischen Finanzamt in Oslo, in der Sammlung des Energiekonzern ConocoPhillips, im Stavanger Kunstmuseum und der Wintershall Art Collection. Außerdem beteiligte sich Ferreira an öffentlichen Kunstprojekten. So gestaltete sie die Fassade des Osloer Hauptbahnhofs, das Treppenhaus für die Ulsmåg Schule in Bergen sowie den Haupteingang der Bohrinseln Ekofisk 2/4L.

Werner Dorsch & Francis Tabary – Illusion Total

Werner Dorsch (*1952, Heilbronn) und Francis Tabary (*1949, Anould, Frankreich) vereint das Spiel mit optischen Täuschungen. Tabary erhielt 1991 den Weltmeistertitel für selbstkreierte Zaubertricks. Gemäß dem Motto „nichts ist wie es scheint“ erschafft Dorsch durch die präzise Anordnung geometrischer Formen in feinen Schattierungen scheinbar dreidimensionale Räume auf der Leinwand. Seine Farbpalette bleibt meist in den Nuancierungen von Grau, Weiß und Schwarz. Seltener hält Farbe Einzug in seine Arbeit. Der Künstler bezieht sich auf die Op- Art und die Konkrete Kunst.

Francis Tabary geht sogar noch einen Schritt weiter. Er scheint die Dreidimensionalität zu durchbrechen, indem er mit seinen Skulpturen eine scheinbar unmögliche Raumstruktur schafft. Sie erzeugen einen unheimlichen Eindruck von Schwerelosigkeit, Leichtigkeit und kompletter topologischer Unmöglichkeit, die sowohl das Auge als auch den Verstand herausfordern. Seine Werke lassen den Betrachter fortwährend im Unklaren zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen.

Öffnungszeiten während der Ausstellung: Di- So, 11- 17 Uhr

Majo | Noelle | Quèvélo – Trilogie des sens

Die Galerie Messmer präsentiert mit den drei Französinnen Majo, Noelle und Quèvélo drei charismatische Künstlerinnen, die die Liebe zur Natur und die intensive und leidenschaftliche Auseinandersetzung mit ihren Elementen miteinander vereint. Von Moos und Gras überwachsene Felsformationen, Bäume und immer wieder auch Papier als Naturprodukt erfahren in den Arbeiten aller drei Künstlerinnen eine tiefe, teils erotische Sinnlichkeit, die die verborgenen Kräfte mit ihren metaphysischen Vorstellungen von der Natur spürbar werden lässt.

Die Natur und ihre zugrunde liegenden Naturkräfte wurden schon seit Urzeiten von den Menschen verehrt und mit einem göttlichen Wirken in Verbindung gebracht. Mit ihrem jahreszeitlichen Wandel ist sie Inbegriff für den natürlichen Kreislauf aus Werden und Vergehen. Diese Vorstellungen fließen in unterschiedlichem Maße in die Kunst von Majo, Noelle und Quèvélo ein.

So inszeniert die Performance-Künstlerin Noelle ihren eigenen Körper im Kontext der Natur. Graffiti-artig mit schwarzer, weißer und pinkfarbener Farbe bemalt und bespritzt nimmt sie in ihren Bewegungen und Gesten vegetative Gestalten an und fügt sich so harmonisch in den gewählten Naturraum ein. „Destruction of myself“ – so bezeichnet die Künstlerin selbst diesen Prozess, den sie vergleichbar eines Rituals in der Performance vollzieht und den sie durch Fotografien dokumentiert. In dieser Betitelung verdeutlicht sich der Grundgedanke ihrer Performance: Der Mensch als fester Bestandteil der Natur geht vollständig in dieser auf und kann ohne sie nicht existieren.

Die abstrakten Strukturen ihrer hochrechteckigen Stelen aus Holz und Leinwand ähneln schroffen Felsformationen und sind Nachempfindungen der Vereinigung von Natur und Mensch, wie Noel sie in ihrer Performance zelebriert.

In der Kunst Majos nimmt der Baum eine zentrale Rolle ein. Diese Vorstellungen werden einem Gewahr, wenn man die Installationen der Künstlerin betrachtet. Dabei handelt es sich um teils raumfüllende Environments, in denen Majo bis zu 2 Meter hohes Astwerk in kunstvolle Bäume verwandelt. Die kahlen, farbig gefassten Zweige sind teils mit kleinen menschlichen Figuren bevölkert oder mit anderen Accessoires dekoriert und werden von Bildtafeln oder Alltagsgegenständen begleitet. Auf diese Weise kreiert sie einen Mikrokosmos, dessen Sinnlichkeit die oftmals psychedelischen und damit bewusstseinserweiternden Figurationen der 70er Jahre heraufbeschwört. Hier überschreitet die Künstlerin die Grenze zu einer übersinnlichen Dimension, in der auch die Religion selbst eine Rolle spielen mag. In diesem Kontext wird zumindest ihre neueste Arbeit verständlich, die Skulptur einer menschlichen Figur, die aus den Seiten einer alten Bibel gearbeitet ist. So sind auf der Oberfläche der Figur Passagen aus den Psalmen zu lesen. So wie Gott Adam aus der Erde schuf, ist das aus Bäumen hergestellte Papier die Materie aus der die Skulptur entsteht.

Auch bei der dritten Künstlerin Quèvélo ist das Papier als Naturprodukt der Rohstoff, aus dem die Künstlerin das Werk schafft. Aus einer Mischung aus Acryl und Recycling-Papier formt sie mit viel Liebe zum Detail ihre Figuren, die sie wie eine Skulptur auf die Leinwand kaschiert. Mit Ihren Sujets, die wie bei der jungen Frau mit Schmetterlingsflügeln mal einer spirituellen Sphäre entstammen, oder mal humoristisch wie der bekannte Obelisk aus dem Kultcomic sind, will Quèvélo das Papier zum sprechen bringen. Die Harmonie der Bewegung in ihren Figuren zeichnet sensibel ein unverfälschtes Bild von deren Seelen nach und beflügelt so die Fantasie des Betrachters. Die Künstlerin wird auf der Vernissage einen Einblick in ihre künstlerische Methode geben und an diesem Morgen eine ihrer Figuren coram publico kreieren.

Vorschau

 „Urbane (T)Räume in Blau“, Romain Burgy & Nabil Gharsallah
15. November 2015 – 25. Januar 2016

Vernissage am 15. November 2015 um 11 Uhr

Der Kölner Künstler Romain Burgy, der 1952 in Frankreich geboren ist, und sein Schüler Nabil Gharsallah, setzen sich mit dem Thema der Wohnwelten auseinander. Die Urbanisierung, also die Ausbreitung und Veränderung städtischer Lebensformen, ist das Thema der Ausstellung „Urbane (T)Räume in Blau“. In ihren Werken stellen Burgy und Gharsallah den Wachstum der Städte aber auch die Wohnverhältnisse deren Bewohner dar. Dieses äußerst aktuelle Thema soll dem Betrachter die Sichtweise der Künstler auf die Wohnkulturen verschiedener sozialer Schichten sowie den Menschen in seinem Alltag präsentieren.

Unabhängig von den teilweise schwierigen Wohnverhältnissen der Menschen, stecken Burgys Werke voller Lebensfreude und motivieren auf eine sonnige Zukunft. 2010 hat der Künstler mit den Werken zu dem Motto „Better City, better Life“ die zeitgenössische Kunst der Bundesrepublik im Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung Expo in Shanghai vertreten. „Ich gebe nie etwas wieder, wie ich es gesehen habe, sondern wie ich es sehen will“, so Romain Burgy. Seine Bilder leuchten von innen heraus und deren Meisterwerke, Menschen und Stimmungen fängt der Künstler in kräftigen Farben ein. In jedem Bild ist die fliegende Zitrone zu entdecken, die Burgy, statt seines Namens, als seine ganz individuelle Signatur verwendet. Sie ist das Sinnbild für das Mediterrane, den Süden, die Sonne.

Das intensive, strahlende Blau hat eine besondere Bedeutung für den Künstler und ist wie die fliegende Zitrone sein Markenzeichen. Einerseits deutet die blaue Farbe auf die Herkunft des Künstlers – den Mittelmeerraum – hin. Das Licht und Farben dieser Region haben den Künstler bereits in seiner Kindheit geprägt und inspiriert. Anderseits hat die Farbe Blau für Burgy einen tiefen geistigen Sinn: So verkörpert das Blau als Farbe des Himmels die Unendlichkeit unserer Möglichkeiten und steht symbolisch für die Sehnsucht und Phantasie… Mag sich hierin eine Sehnsucht nach einer besseren Welt ausdrücken? Das kräftige Blau versetzt den Betrachter in einen Zustand des Träumens und führt ihn zu seiner ernsthaften Sicht der Dinge nach innen. Nicht zufällig soll der Betrachter die urbanen Räume in Blau wahrnehmen.

Wie z. B. Yves Klein mit seinen blaumonochromen Bildern stellen einige Künstler der Kunstgeschichte die Farbe Blau in den Mittelpunkt ihrer Kunst. Wassily Kandinsky, der unter anderem in der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ mitwirkte, schrieb 1910 in seinem berühmten Buch „Über das Geistige in der Kunst“: „Die Neigung des Blaus zur Vertiefung ist so groß, dass es gerade in tieferen Tönen intensiver wird und charakteristischer innerlich wirkt. Je tiefer das Blau wird, desto mehr ruft es den Menschen in das Unendliche, weckt in ihm die Sehnsucht nach Reinem und schließlich Übersinnlichem“ (Lit. Kandisnky, S.92). Doch der Ursprung der Symbolik der Farbe Blau findet sich bereits im alten Ägypten. Die Ägypter sahen im tiefen Blau des Wassers das Leben und im unermesslichen Blau des Himmels das Göttliche.

Romain Burgy hat eine unverwechselbare Bildersprache, die eine junge Generation von Künstlern inspiriert. So hat Nabil Gharsallah, ein junger, aufstrebender Künstler aus Köln, die Gelegenheit durch seinen Lehrer Romain Burgy eine einmalige Technik kennenzulernen und dabei gleichzeitig seinen individuellen Stil zu entwickeln. Neben seiner Ausbildung an der Film Acting School in Köln, widmet sich Nabil Gharsallah dem Malstudium im Atelier von Romain Burgy. Die Protagonisten, die er im Schauspiel verkörpert, finden sich in seinen Kunstwerken wieder. Das Tandem beschäftigt sich voller Optimismus und Zuversicht mit sozialen Fragen und vermittelt ihre Hoffnung in die Zukunft.

Hundertwasser

Hundertwasser gehört zu den bekanntesten Künstlern der österreichischen Nachkriegszeit. Grafik, angewandte Kunst, Architektur und Ökologie verschmelzen in seinem Schaffen zu einem wahren Gesamtkunstwerk. Dabei entwickelte der Künstler eine ganz eigene, von intensiven Farben und organischen Linien geprägte Formensprache, die den Betrachter auch heute noch in ihren Bann zieht.
Besonders der Grafik, die er selbst als eine gigantische revolutionäre Leistung beschreibt, verdankt Hundertwasser seine internationale Bekanntheit. Darüber hinaus zählt er zu den anspruchsvollsten Künstlern im druckgraphischen Bereich. Durch das Variieren der graphischen Techniken mit eigenen technischen Vorläufen schuf er eine Fülle von „Originalgraphiken“.