Archiv der Kategorie: Aktuelle Ausstellung

Jiny Lan – Tauriform Destiny

Die GALERIE MESSMER präsentiert ab dem 30.08.2020 die beeindruckenden Werke
der international gefeierten Konzeptkünstlerin Jiny Lan. Die gebürtige Chinesin mit
deutscher Staatsbürgerschaft vereint in ihrer Kunst europäische und asiatische Einflüsse und Symbolismen zu einer spannungsgeladenen Bildwelt, welche mal humorvoll-ironisierend, mal düster und verstörend, aber immer provokant und gesellschaftskritisch ist.

Bilder der Vernissage: © Dieter Schille
Bilder der Werke: © Jiny Lan

Laut und schrill präsentiert sich die chinesisch-stämmige Künstlerin Jiny Lan. Doch
nicht allein ihr Auftreten provoziert, auch ihre Kunst weiß den Nerv der Gesellschaft
zu kitzeln. Zuweilen wird daraus ein handfester Skandal wie 2013 in China, als ein
Motiv von ihr verboten wurde, denn Kunst ist für Lan immer auch eine Form der Gesellschaftskritik. Ihre großformatigen Arbeiten werden weltweit ausgestellt und faszinieren den Betrachter nicht nur durch ihre individuelle Bildsprache und Ästhetik, sondern auch durch die Brisanz der Thematik – das Leben im urbanen Raum und
Menschsein in der heutigen Gesellschaft und Zeit. Jiny Lan präsentiert mit Ihrer Ausstellung „Tauriform Destiny“ eine Facette ihres Œuvres, welche innerhalb einnehmender und aufwühlender Szenerien, mit dem eurozentrischen Bildgedächtnis spielt. Ikonographische Verweise auf Europa und Asien werden zu einer Bildaussage, die Fragen zu unseren heutigen gesellschaftlichen und demographischen Verortungen aufwerfen.
Lan arbeitet innerhalb eines mixed-media Verfahrens, um ihre faszinierenden und zugleich verstörenden morphischen Bildwelten zu kreieren. Sie nutzt Fotografien bereits bestehender Bilder – oftmals auch bekannte Meisterwerke der europäischen Kunstgeschichte – , welche auf die Leinwand gedruckt, bearbeitet und übermalt werden, so dass zum Schluss ein collageartiges Gesamtbild entsteht. Das Ergebnis ist eine diffus-abstrahierte Fantasiewelt, welche erst bei längerer Betrachtung ihre versteckten Verweise und bildnerischen Vorbilder offenbart. Die Betrachtung von Lans Arbeiten führt somit unweigerlich zu einer Zwiesprache zwischen Betrachter und Kunstwerk.