Yoshiyuki Miura


Über den Künstler


Miura selbst schätzt Werke, die dem Betrachter „einen  weiten Horizont“ geben, um eine andere Bedeutungsebene zu entdecken, wenn Dinge verfremdet in einen neuen Zusammenhang gebracht werden. „Das Neu-Erkennen soll ein direkter Weg ins Gefühl, ins Unbekannte sein. Man will die Aussage eines Werkes betonen, wird aber oft verleitet, die Form zu vereinfachen oder zu komplizieren und verliert dabei schließlich auch die Melodie. Man muss aber im Gegenteil bei einer solchen künstlerischen Handhabung darauf achten, die Leidenschaft der Melodie weiter zu erhalten und sie weiter zu verstärken. Ein Werk muss sowohl die Fähigkeit, seine Bedeutung zu vermitteln, als auch eine anschauliche Musikalität haben“.

Die Arbeiten Miuras umschreiben die Leere, im Fließen und Schweben des Materials dominiert das „Diffuse“. Erstaunlich ist, dass dieses Unbestimmbare, die sichtbare Veränderlichkeit von Raum, die spürbare Veränderlichkeit in der Zeit, der ständige Wandel nicht als Verunsericherung erlebt werden, sondern im Gegenteil als äußerste Konzentration, als eine überraschend wohltuende Einladung aus der Hektik in die Stille, aus der Eile in die Lamgsamkeit, aus der Unruhe in die Klarheit. Hier wird eine Nähe zum japanischen Zen deutlich: shiki ist ku und ku ist shiki (Form ist Leere und Leere ist Form) und eine Ahnung entsteht, was mit der Fülle der Leere gemeint sein könnte.